TSG-Degendamen beenden Durststrecke

Nach 2016 erreicht die Mannschaft wieder das Deutschland-Pokal-Finale
Friesenheim.

20190408 193342 IMG 9026 Canon EOS 6DMit einem 45:36-Erfolg über den SV Waldkirch haben Friesenheims Degendamen Renate Alles, Karen Neuhaus, Carolin Breitwieser und Sonja Tippelt nach zweijähriger Durststrecke wieder das Pokalfinale erreicht. 2017 und 2018 war die Mannschaft jeweils knapp im Halbfinale ausgeschieden.

Besonders der Teamchefin Renate Alles merkte man die Anspannung vor dem Halbfinal-Duell mit dem SV Waldkirch an. Sie hatte tagelang mit der Entscheidung gerungen, ob sie im Falle eines Sieges an der Veteranen-EM oder dem Pokalfinale teilnehmen würde, da beide Turniere am gleichen Tag stattfinden werden. Ihren Entschluss behielt sie vorerst für sich und ließ lieber Taten sprechen. Als erste auf der Bahn, erarbeitete sie sich sehr konzentriert einen Punkt nach dem anderen, ließ lediglich einen Doppeltreffer zu und übergab eine komfortable 5:1-Führung an Karen Neuhaus. Die musste zwar gegen Waldkirchs Beste, Judith Stihl, drei Treffer hinnehmen, Friesenheim blieb aber 10:8 vorn. Carolin Breitwieser hielt in ihrem ersten Duell den Abstand (14:12).

Näher kam der Gegner aus dem Breisgau nicht mehr an diesem Abend. Neuhaus und Alles bauten durch 4:1- und 7:3-Siege die Führung auf neun Treffer aus. Die letzte Chance, noch einmal heranzukommen, nahm sich Waldkirchs Topfechterin Stihl selbst. Im Gefecht mit Carolin Breitwieser hatte sie schon einige Punkte aufgeholt und die TSG-Juniorin stark in Bedrängnis gebracht. Dann jedoch griff sie mit der waffenfreien Hand nach Breitwiesers Degen, um sich einen Vorteil zu verschaffen – eine Tätlichkeit, die im Fechten mit einem Straftreffer sanktioniert wird. Es blieb jedoch nicht bei dem einen Ausrutscher, sondern Stihl wiederholte die Aktion und kassierte den zweiten Straftreffer zum 22:30.

Den Abstand verwalteten die Friesenheimerinnen ohne Mühe, bis Renate Alles den Schlusspunkt zum 45:36 machte. Damit darf der Rekordpokalsieger erneut Jagd auf die wichtigste Mannschaftstrophäe im deutschen Fechten machen. Bleibt noch die Frage offen, wie sich Teamchefin Alles entschieden hat. „Der Pokal ist mein Zuhause, aber ich werde dennoch zur EM fahren“, eröffnete sie ihrer Mannschaft direkt nach dem gewonnenen Duell. Das Team reagierte verständnisvoll, muss jedoch nach der Absage und dem Ausfall von Lili Plaga auf zwei Stammfechterinnen verzichten, wenn es am 1. Juni in Alsfeld beim Pokalfinale antritt. dpla / Foto: Gernoth Ritthaler