TSG Herren verpassen Sensation

TSG Fechtern fehlt ein Treffer zum Landestitel / Friesenheimer holen insgesamt fünf Medaillen
Zweibrücken/Friesenheim.

20171119 TSG GesamtNach großem Kampf haben die Degenherren der TSG Friesenheim Silber bei der Südwestdeutschen Meisterschaft geholt. Am Ende unterlagen sie hauchdünn 44:45 gegen Titelverteidiger TG Frankenthal. Neben dem Mannschaftserfolg gab es vier weitere Medaillen für die TSG-Fechter.

Mit Gold, Silber und Bronze im Einzel demonstrierten die Friesenheimer Damen erneut ihre Ausnahmestellung im Landesverband. Lili Plaga gewann das Turnier und damit ihren zweiten Südwest-Titel seit ihrem Wechsel in die Pfalz vor vier Jahren. Im Finale besiegte sie Mannschaftskollegin Sonja Tippelt, die sich im Halbfinale gegen Vorjahres-Finalistin Nina Beck aus Bad Dürkheim 15:11 durchgesetzt hatte. Rang drei belegte Carolin Breitwieser.

Bei den Herren setzte Gernoth Ritthaler ein Ausrufezeichen. Unter 22 Startern kämpfte er sich bis in das Finale vor, unterlag hier jedoch dem Favoriten Thilo Liebhaber aus Frankenthal 9:15. Daniel Plaga, Sieger des Vorjahres, musste sich diesmal mit Rang fünf zufriedengeben. Im Viertelfinale schied er 14:15 gegen Christian
Plechinger (TSV Speyer) aus. Zwar konnte er einen zwischenzeitlich Fünf-Treffer-Rückstand zum 14:14 ausgleichen, doch sein Gegner hatte das bessere Ende auf seine Seite. Rang elf belegte Michael Stängle, nur zwei Plätze dahinter landete überraschend der noch in der A-Jugend startende Julian Hubach. Damit punktete er auf gleich dreifach für seine Rangliste, sammelte zwölf Zähler ein und baute seine Führung weiter aus.

Moral und Kampf

Spektakulär ging es bei den Mannschaftsentscheidungen zu. Mit Auftaktgegner HC Bad Dürkheim lieferte sich das TSG-Team einen Schlagabtausch. Immer wieder wechselte die Führung, bis sich der HC zwei Gefechte vor dem Ende mit sieben Treffern deutlich absetzen konnte – im Degenfechten eine Ewigkeit. Daniel Plaga brachte sein Team von 28:35 auf 35:37 heran. Doch noch immer zwei Treffer galt es für Schlussfechter Gernoth Ritthaler aufzuholen. Der defensiv stark agierende Bad Dürkheimer, Sebastian Bayer, baute sein Polster auf vier Punkte aus. Doch Ritthaler brachte das Kunststück fertig, den Rückstand nicht nur auszugleichen, sondern das Gefecht zu einem 45:42-Sieg zu drehen.

Das Finale war auf dem Paper eine klare Angelegenheit: Die TG Frankenthal um Einzel-Sieger Liebhaber war Favorit. Die letzte Begegnung im Pokal hatte das Team deutlich für sich entschieden, obwohl die TSG in diesem Duell noch auf Stammfechter Marc Newman hatte zurückgreifen können, der diesmal fehlte. Doch es entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe, in dem besonders Neuling Julian Hubach ein starkes Debüt gab. In seinem ersten Mannschaftgefecht überhaupt agierte er unerschrocken auf der Bahn, setzte dabei einige schöne Treffer. Im fünften der neun Gefechte setzte sich Frankenthal erstmals ab. Den Fünf-Treffer-Vorsprung hielt das Team bis zum 35:30.

Doch die TSG gab sich nicht geschlagen. Ritthaler punktete gegen seinen Gegner Jonas Deimling ein ums andere Mal, glich zwei Sekunden vor Ablauf der Zeit sogar zum 39:39 aus – nun hatte das Finale sein Finale. Zwischen Daniel Plaga und Thilo Liebhaber gab es vier Doppeltreffer in Folge, bis Plaga sogar die 44:43-Führung setzte. Doch der Einzel-Sieger aus Frankenthal schlug zurück und holte anschließend den entscheidenden Punkt für Gold.

Stolz waren die Friesenheimer trotzdem Für sie ist die Silbermedaille ein großer Erfolg, schließlich war man in den beiden Vorjahren bereits im Auftaktgefecht gescheitert und hatte sich dieses Jahr über großen Kampf eine Menge Respekt verdient. dpla