Renate Alles wird Mannschafts-Vizeweltmeisterin im Degenfechten der Veteranen

Bei der ersten WM-Teilnahme gleich eine Medaille: TSG-Degenspezialistin Renate Alles hat bei der Weltmeisterschaft der Fecht-Veteranen Silber mit der deutschen Mannschaft geholt. Schon im Einzel hatte sie mit Rang acht überzeugt.

Reni Vize KopieZur Veteranen-Weltmeisterschaft im Fechten wird man erst zugelassen, wenn man mindestens 50 Jahre alt ist. In ihrem ersten Jahr in der Altersklasse 50 hatte die Friesenheimerin Renate Alles eine überzeugende Saison hingelegt und die Qualifikation zur WM sogar als Führende der deutschen Rangliste abgeschlossen. Damit war ihr bei den Titelkämpfen, die in Ägyptens Hauptstadt Kairo ausgetragen wurden, sowohl ein Startplatz im Einzel als auch in der Mannschaft sicher.

Die Mannschaft, bestehend aus sechs Fechterinnen, wovon je zwei der AK50, der AK60 und der AK70 angehören, musste sich erstmal finden. „Wir kannten uns teilweise nicht und konnten uns gegenseitig nicht einschätzen“, erzählt Alles. „Die Vorrunde war miserabel.“ Zwei Niederlagen aus zwei Gefechten bedeutete den zweitschlechtesten Platz im K.o. und damit von Beginn an starke Gegner.

Zum Auftakt ging es gegen Japan, das zwei Mal gewonnen hatte. Das deutsche Team zeigte plötzlich ein völlig anderes Gesicht als noch in der Vorrunde. 10:0 hieß es bereits nach zwei Gefechten. Der 30:17-Endstand war nur noch Formsache. „Der Sieg hat uns Selbstvertrauen gegeben“, so Renate Alles, die mit 5:0 und 5:2 maßgeblich zum Weiterkommen beigetragen hatte. Auch das anschließende Viertelfinale gegen Schweden gewannen die deutschen Damen klar mit 30:22.

Halbfinal-Gegner USA lag zunächst 5:4 in Front, doch die TSG-Spezialistin machte aus dem Rückstand dank eines 6:2-Gefechts eine Drei-Treffer-Führung. Die US-Amerikanerinnen kamen zwar nochmal bis auf einen Punkt heran, doch das deutsche Team verteidigte den Vorsprung bis zum Ende und brachte den 30:26-Sieg über die Ziellinie. „Gegen die USA war mein absolut stärkstes Gefecht mit drei Hand- und zwei Fußtreffern“, so Alles.

Im anschließenden Finale blieb es allerdings nur drei Gefechte lang spannend, bis zum Stand von 7:7. Dann aber drehte Italien mit Einzel-Weltmeisterin Ewa Borowa auf und holte sich dank eines 30:17-Erfolgs den WM-Titel. Deutschland freute sich dennoch mächtig über Silber. „Das Finale war unsere Belohnung für die starke Team-Moral“, sagt Alles, die nach sechs EM-Medaillen nun auch ihr erstes WM-Edelmetall gewinnen konnte.

Knapp an der Einzel-Medaille vorbei

Bereits zwei Tage vor den Mannschaftkämpfen war Renate Alles im Einzel gestartet. Mit drei Siegen bei drei Niederlagen ging es an Position 16 gesetzt in die Direktausscheidung.

Im ersten Duell stand ihr die Japanerin Rieko Yamamori gegenüber, die sie nach taktisch gutem Gefecht mit 10:6 schlagen konnte. Das anschließende Aufeinandertreffen mit der Italienerin Flaminia Violati verlief mit 10:1 unerwartet eindeutig. Gegen die Schwedin Pia Albertson setzte sich die TSG-Sportlerin nach Verlängerung hauchdünn 7:6 durch und stand im Viertelfinale. Es fehlte ein Sieg zu Edelmetall.

Ihre Gegnerin, Abigail Nutt, hatte schon in der Vorrunde 5:4 gewonnen. Alles war trotzdem sicher, die Australierin schlagen zu können. Doch diese arbeitete sehr konzentriert in der Defensive und gab ihren Vorsprung nicht mehr aus der Hand. Alles musste Nutt mit 10:6 den Sieg überlassen. „Ich war erst ziemlich enttäuscht, die Medaille so knapp verpasst zu haben. Aber achtbeste der Welt ist jetzt nicht wirklich schlecht“, kommentierte die Friesenheimerin ihr Aus im Einzel. dpla