Friesenheim / November 2024
Nachdem der Fecht-Nachwuchs der TSG Friesenheim vergangenes Jahr beim vereinseigenen Eduard-Krapp-Gedächtnisturnier ohne Medaille geblieben war, sollte es dieses Jahr besser laufen. Von den fünf Starterinnen und Startern der TSG in der Altersklasse U17 schaffte es immerhin Nikola Maria D’Onghia aufs Treppchen. Sie holte Bronze, nachdem sie der späteren Gesamtsiegerin Anna-Helena Schallert vom Fechtzentrum Maxdorf 11:15 unterlegen war. Emilia Benz landete auf Rang acht. Mark Herring und Silas Herrmann verpassten den Sprung aufs Podium knapp und kamen auf die Plätze sechs und sieben. Damon Herring schied eine Runde vorher aus und erreichte den zehnten Rang. Gold ging wie schon bei den Mädchen an Maxdorf, das mit Daniel Koser den Sieger stellte.
In den Florett-Wettbewerben waren keine Friesenheimer Fechter am Start. Siegerin bei den Mädchen wurde Lore Nicklis vom FC Landau. Bei den Jungs setzte sich Fynn Lehner vom VT Zweibrücken an die Spitze. Die „Seniors“-Wertung des Anatoliy-Dubyago-Gedächtnisturniers (ehemals „Pfalzlöwe) gewannen Beatrice Kudlacek vom FGS Stockerau aus Österreich sowie Florian Ferizi von der TG Frankenthal.
Beim Mannschaftsturnier der „Seniors“-Degenfechter konnte sich das Friesenheimer Duo bestehend aus Sonja Tippelt und Finn Ritthaler mit insgesamt 29 Siegen knapp vor dem Duo Breitwieser/Hassinger mit 28 durchsetzen. dpla
Friesenheim/St. Ingbert / Oktober 2024
Der Degen-Nachwuchs der TSG Friesenheim konnte bei den Offenen Landesmeisterschaften in St. Ingbert mit fünf Medaillen auftrumpfen. Besonders erfolgreich waren dabei die Mädchen, die zwei Mal Team-Gold und einmal Einzel-Silber holten.
Nikola Maria D’Onghia focht sich in der Altersklasse U15 souverän bis ins Finale und holte Silber, nachdem sie Anna-Lena Schallert vom Fechtzentrum Maxdorf mit 7:15 den Sieg überlassen musste. Teamkollegin Maya Ehret verpasste Edelmetall knapp und kam auf Rang fünf. Noch besser machten es die beiden in den Mannschaftskämpfen: Zusammen mit Lena Münstermann holten D’Onghia und Ehret den Titel durch einen 45:38-Erfolg über den TV Homburg. Ebenfalls Team-Gold gewannen die TSG-Fechterinnen Nellie Sauer und Mirja Herrmann in einer Startgemeinschaft mit Ilvi Grüntjes von der TG Rohrbach. Die drei setzten sich in der U11 mit 45:31 gegen den Fechterring Hochwald durch.
Bei den Jungs konnte Silas Herrmann überzeugen, der in der U15 im Einzel Silber gewann. Nach klaren Siegen über seinen Vereinskameraden Damon Herring mit 15:3, Gian-Matteo Preisinger (TV Homburg) mit 15:8 und Julius Baller (Fechterring Hochwald) mit 15:6 unterlag er erst Bjarne Brückmann vom FC Offenbach 9:15, erreichte aber das beste Ergebnis eines Fechters aus dem Verband Südwest. Gabriel Debeauvais kam auf einen guten fünften Rang, Damon Herring schloss das Turnier auf Rang 14 ab.
In den Mannschaftskämpfen gewannen die drei zunächst gegen die Startgemeinschaft Hochwald/Rohrbach klar mit 45:32, mussten sich im Finale aber knapp 39:45 dem ATSV Saarbrücken geschlagen geben. Weitere Platzierungen (Altersklasse Seniors): 5. Alica Störmer, 34. Mika Corbie, 37. Mark Herring. dpla
Friesenheim/Dubai / Oktober 2024
Die Fechtabteilung der TSG Friesenheim hat eine neue Weltmeisterin in ihren Reihen: Bettina Fichtel konnte bei der Veteranen-WM in Dubai mit der deutschen Mannschaft Gold gewinnen. Auch im Einzel zeigte sie mit Rang acht eine großartige Leistung und wurde beste Deutsche ihrer Altersklasse (Vet-50).
Nachdem Bettina Fichtel vor zwei Jahren bei den Mannschafts-Titelkämpfen im kroatischen Zadar mit Rang vier nur knapp eine Medaille verpasst hatte, wollte die 58-jährige Sportwissenschaftlerin in diesem Jahr in Dubai wieder nach Edelmetall greifen. In der Vorrunde startete ihr Team gegen Finnland und konnte sich bis zum Stand von 20:18 keinen nennenswerten Vorsprung erarbeiten. Bettina Fichtel brachte Deutschland dann mit einem glatten 5:0 auf die Siegerstraße. Ihre Mannschaftskollegin Frauke Hohlbein konnte als Schlussfechterin ebenfalls klar 5:1 gewinnen und das Gefecht mit 30:19 entscheiden. Gegen Ungarn gingen die deutschen Damen vom ersten Duell an in Führung und gaben diese bis zum 30:21-Endstand nicht mehr aus der Hand.

Im Viertelfinale ging es dann erneut gegen die finnische Mannschaft, die nun aber ihre Aufstellung und Taktik änderte. Finnland legte furios mit 5:0 los, baute den Abstand bis auf 10:4 aus. Bettina Fichtel konnte in dieser kritischen Situation eine fantastische Leistung abrufen und stellte den bisherigen Verlauf der Begegnung auf den Kopf. Mit einem 11:3-Lauf brachte Sie Deutschland erstmalig in Führung (15:13). Finnland schlug zurück und holte sich mit einem 7:3-Zwischenspurt die Führung zurück (20:18). Anschließend waren es Hohlbein und als Schlussfechterin wieder Fichtel, die ihrer Mannschaft den Sieg bescherten. Beide gewannen jeweils 6:2 und brachten Deutschland mit 30:24 ins Halbfinale.
Dem heftigen Schlagabtausch mit mehrfach wechselnder Führung folgte ein unerwartet souveräner Sieg gegen Frankreich, derzeit die europäische Hochburg des Degenfechtens. Das deutsche Team verlor nur eines der sechs Duelle und erreichte durch einen 30:23-Erfolg sicher das Finale.
Im Kampf um Gold gegen die USA brachte zunächst Fichtel ihr Team 3:0 in Front, als anschließend die Berlinerin Angela Kummich ihre Sternstunde hatte. Sie besiegte Elizabeth Kocab klar mit 7:3, sodass die deutschen Damen nach nur zwei Gefechten bereits bis auf sieben Treffer enteilt waren. Diese Führung gaben sie nicht mehr aus der Hand, und Schlussfechterin Hohlbein ließ mit einem 5:2-Sieg über Valerie Asher keine Zweifel daran, wer an diesem Tag die beste Mannschaft in der Halle war. Mit 30:22 sicherte sich Deutschland die Goldmedaille. „Ich bin wirklich sehr stolz auf mich und die Leistung der gesamten Mannschaft. Es war eine unglaubliche Energie in der Halle – ein für uns Fechter:innen unvergessliches Erlebnis“, sagte Bettina Fichtel. Sie ist damit die zweite Veteranen-Mannschaftsweltmeisterin der TSG Friesenheim, nachdem Sonja Tippelt erst 2023 den Titelgewinn in Daytona Beach, USA, feierte.
Top-Leistung auch im Einzel
Doch es war nicht nur der Erfolg mit der Mannschaft, der diese WM für Bettina Fichtel besonders machte. Im Einzel focht sie sich durch Siege über Judit Blasko (Kanada) mit 10:2, Carole Charroy (Frankreich) mit 10:8 sowie Julia Ehlermann (Deutschland) mit 10:9 in die Finalrunde der letzten Acht. Nur die Schweizerin Gianna Hablutzel-Burki,stoppte Fichtels Lauf und gewann hauchdünn mit 6:5 nach Zeitablauf im „Sudden Death“.
„Das Einzel war schon richtig gut, ich war im Flow. Auch der Kampf um eine Medaille gegen Gianna, die früher immerhin Weltranglistenerste und Silber-Medaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney war, lief absolut ausgeglichen. Ein solch enges Gefecht auf Augenhöhe kann man eben auch verlieren. So ist der Sport“, so Fichtel. dpla