Friesenheims Fechter glänzen bei Degenpokal in eigener Halle
Friesenheim /Juni 2025
Nicht weniger als vierzehn Medaillen holten Friesenheims Fechter am Wochenende beim Degenpokal der TSG vor heimischen Publikum in der Günter-Braun-Sporthalle. Die drei Goldmedaillen gingen dabei an zwei der jüngsten und eine der ältesten Teilnehmerinnen im Feld: Nellie Sauer und Moritz Ehret gewannen die Wertung der U11 bzw. U9, und Bettina Fichtel setzte sich souverän bei den Seniors durch.
Im Vorjahr hatte Fichtel noch ihr Halbfinale gegen Carolin Breitwieser vom Heidelberger FC mit 11:15 verloren. Dieses Jahr bekam sie ihre Revanche. Dominant und konsequent focht sie sich durch die 16er-Direktausscheidung und schaltete auf ihrem Weg ins Finale erst Franka Oberkircher (TG Mainz-Gonsenheim) 15:7 aus, anschließend die Heidelbergerinnen Christine Schweizer 15:3 und Chiara Hösel 15:8. Auch Finalgegnerin Breitwieser hatte in diesem Jahr keine Chance gegen die Friesenheimerin Fichtel und unterlag 9:15. Komplettiert wurde das gute Abschneiden der Seniors-Damen durch Sonja Tippelt auf dem Bronze-Rang und Emma Oberthür auf Platz sieben.
Bei den Seniors-Herren gab es eine weitere Medaille für die TSG Friesenheim: Finn Ritthaler konnte seinen dritten Platz aus dem Vorjahr bestätigen. Er hatte sich im Viertelfinale nervenstark gegen Dominic Ellenberger vom Fechtzentrum Maxdorf 14:13 durchgesetzt, unterlag im Halbfinale Thilo Liebhaber von der TG Frankenthal 9:15. Turniersieger wurde Denys Polishchuk vom FC Regensburg, der Liebhaber 15:14 bezwang. Erfahrung bei den Seniors sammelten darüber hinaus die TSG-Starter Mika Corbie, der Platz 17 erreichte, und Mark Herring, der das Turnier auf Rang 27 beendete.
Fünf Mal Edelmetall gab es für Friesenheims U15-Fechter. Maya Ehret und Nikola Maria D’Onghia landeten bei den Mädchen auf dem geteilten dritten Platz, ebenso wie Gabriel Debeauvais und Damon Herring bei den Jungs. Noch besser machte es Silas Herrmann, der Silber holte. Im Finale unterlag er Julius Lenz vom Fechtzentrum Maxdorf mit 10:15. Emilia Benz kam bei den Mädchen auf Rang zehn. In der Altersklasse U13 gewann Gabriel Debeauvais die Silbermedaille, Maya Ehret und Lena Münstermann teilten sich Bronze. Weitere gute Ergebnisse erreichten Benedikt Ziegler und Leonas Schumann mit den Plätzen fünf und sechs.
Bei den ganz Kleinen holte Nellie Sauer Gold und Mirja Herrmann Silber im gemischten Feld der U11/U9. Als Highlight gab es ein großartiges Erlebnis für Moritz Ehret (Jg. 2016). Er war vor dem Turnier extra zu einer Turnierreifeprüfung nach Würzburg gereist, um beim Degenpokal starten zu können. Unerwartet gewann er die Wertung der U9 und strahlte danach: „Ich war so stolz bei der Siegerehrung und hatte Gänsehaut, als mein Name aufgeru
fen wurde“. dpla

Die Zwischenrunde absolvierten die TSG-Fechterinnen ebenfalls mit Bravour, holten je drei Siege bei zwei Niederlagen und starteten gut gesetzt in die 64er-Direktausscheidung. Maya Ehret musste sich der späteren Vizemeisterin Tamina von Loh vom Quernheimer FC hauchdünn 8:10 geschlagen geben und setzte mit dieser tollen Leistung ein weiteres Ausrufezeichen. Sie beendete das Turnier auf Position 18. Lena Münstermann schaffte es durch einen knappen 10:9-Sieg gegen Hannah Goralczyk vom OFC Bonn sogar in die Runde der letzten 16, war dann aber gegen die spätere Bronzemedaillengewinnerin Nele Kuhlmann vom VFL Pinneberg mit 1:10 chancenlos. Mit Platz 14 als Nachrückerin konnte sie jedoch mehr als nur zufrieden sein.
Es lief schon einige Monate nicht optimal beim größten Degen-Talent im Südwestdeutschen Fechtverband. Der Übergang von der Altersklasse U15 in die höhere U17 hatte Emma Oberthür nicht gutgetan und sie haderte zuletzt mit ihren Leistungen, gerade auf nationaler Ebene. Nun hat sich die Fechterin der TSG Friesenheim mit Platz fünf bei den Deutschen Meisterschaften in Heidelberg eindrucksvoll zurückgemeldet.
Praxis sammeln durfte Emma Oberthür bei den Mannschaftswettbewerben mit ihrer Vereinskollegin Nikola Maria D’Onghia (im Einzel nicht angetreten) und ihren Verbandskolleginnen Franka Oberkircher (im Einzel auf Rang 76) und Jule Scheffe (im Einzel nicht angetreten) von der TG Mainz-Gonsenheim. Ohne ernsthafte Chance unterlagen die vier zunächst dem Neusser SV 18:45, anschließend der Startgemeinschaft Berlin 28:45. Im Platzierungsgefecht gegen den MTV München gab das Team Südwest noch einmal alles, setzte sich verdient 45:36 durch und beendete die Team-DM auf Rang elf. Deutscher Meister wurde die Mannschaft aus Heidenheim mit Einzelsiegerin Katie Busch in ihren Reihen, die sich gegen den FC Offenbach durchsetzte. dpla
Schon in der Vorrunde war Tippelt fehlerlos geblieben, gewann fünf von fünf Gefechten und zog an Position zwei gesetzt in die 32er-Direktausscheidung ein. Für ihr erstes K.o.-Gefecht hieß das: Freilos. In der Runde der letzten 16 besiegte sie Anja Nagel vom USC Magdeburg knapp mit 10:8. Auch das Viertelfinale war nicht einfacher, ihre Gegnerin Silke Tebel-Haas vom SC Freiburg kämpfte verbissen, unterlag Tippelt am Ende jedoch knapp 9:10. „Alle meine K.o.-Gefechte haben meine volle Konzentration abverlangt“, sagte Tippelt. So auch das Halbfinale, das sie gegen Christiane Elsenbach vom DFC Düsseldorf bestritt. Ihre Kontrahentin hatte bereits an sechs Europa- und fünf Weltmeisterschaften teilgenommen und war wahrlich keine einfache Gegnerin. Tippelt konnte ihre Führung jedoch verwalten und sich 10:6 durchsetzen.